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PROJEKTPLAN BETREFFEND DIE VERKAUFSVERMITTLUNG DER DREHBUCH- BZW. VERWERTUNGSRECHTE ZWECKS HERSTELLUNG EINER KINO- VIDEO- FERNSEH - TONCASSETTEN UND CD-ROM VERSION - BASIEREND AUF DER INTERNATIONAL VERTRIEBENEN BUCHSERIE DER MARIA VALTORTA "DER GOTTMENSCH" (eine ausführliche Beschreibung des Lebens Christi - als Ergänzung zur Bibel bzw. zum besseren Verständnis derselben)
1) Das Anliegen Dies ist ein Projektplan der darlegt, welche Aktionen unternommen werden sollen, um die Lizenzrechte (copyrights) für diverse Programm - Produktionen zwecks einer umfassenden multimedialen und internationale Auswertung der bereits seit etwa 50 Jahren bestehenden Buchserie von Maria Valtorta: "Der Gottmensch" zu verkaufen. Die erwähnte Buchserie liegt zur Zeit in etwa l5 Sprachfassungen vor - davon in den bekannten Weltsprachen englisch, französisch spanisch, deutsch, italienisch, portugiesisch. In deutscher Fassung sind es 12 Bände von je ca. 300 Seiten, in anderen Sprachen manchmal weniger Bände, dafür in dickeren Ausgaben. Meist heißt der Titel: "Das Evangelium wie es mir geoffenbart wurde".
NÄHERE VORSTELLUNG DER BUCHSERIE - DIE ALS GRUNDLAGE FÜR DIE WEITERE MULITMEDIALE AUSWERTUNG DIENEN WÜRDE:
Unser Zeitgeist - einige Aspekte - bzw. Mögliche Akzeptanz einer solchen multimedialen Umsetzung von Leben und Werk Christi Die religiöse/weltanschauliche Situation ist weltweit in einem starken Umbruch. Viele Menschen suchen nach Halt, nach Sinngebung. Der Materialismus / Hedonismus / Konsumismus des Westens bzw. de reichen Nationen kann wesentliche, existentielle, zeitlose Fragen des Menschen nicht beantworten (das Woher, Wohin, Sinn des Leidens, Widersprüche des Lebens, Fragen nach Gerechtigkeit, Frieden, Glück, Zukunft, ökologische Krise, Arbeitslosigkeit, Zukunft für unsere Kinder, atomare Bedrohung u.a.bringen eine spirituelle Beunruhigung, eine Suchen nach Antworten. Im Osten - nach dem Zerfall des Kommunismus, der für viele auch Religionsersatz war, ist mit dem Zerfall dieses Wertesystems ein Vakuum eingetreten - speziell unter der Jugend, die oft keinen Religionsunterricht erhalten hat und daher häufig orientierungslos ist. Sekten haben dieses Bedürfnis erkannt und nutzen es oft geschickt und manchmal auch skrupellos für ihre Ziele. Traditionelle Religionen wie der Hinduismus, Buddhismus, Shintoismus sind oft für die Jugend nicht mehr sinngebend genug, reduziert auf Formeln, Riten, Praktiken ohne wirklich im Glauben daran dahinter zu stehen. Man denke vor allem an die Millionen im kommunistischen China und der ehemaligen Sowjetunion, aber auch an die Jugend in sonst. asiat. Ländern für die diese kurze Zeitanalyse auch zutrifft. Nachdem die Bibel unangefochtener Bestseller Nummer 1 auf der ganzen Welt ist, kann diese Buchreihe bzw. deren multimediale Umsetzung, die die Bibel näher erklärt, ergänzt, detaillierter bringt, die Gestalt Chisti noch leuchtende aufscheinen läßt, auf sehr gut aufbereiteten spirituellen Boden stoßen - wenn das Marketing auch diese Fakten der geistigen Landschaft unserer Zeit anspricht Man könnte natürlich auch auf das unerklärliche Faktum hinweisen, wie die jahrzehntelang kranke und ans Bett gefesselte Autorin diese Beschreibung, die mit den Fakten von Archäologie, Kunstgeschichte, Geographie, Brauchtum, Zeitgeschichte übereinstimmt, wie diese Buchreihe entstanden sein könnte ohne eine deutliche Inspiration, ein wunderbares Eingreifen Christi selbst anzunehmen - wie es in den Erklärungen des Herrn, warum Er unserer Zeit diese Offenbarung (die keine neuen Dogmen bzw. wesentlich neue Lehren beinhaltet, sondern das bereits Geoffenbarte entfaltet, ergänzt) schenkte, deutlich wird. Hier wären also auch Argumente für kritische, theologisch gebildete Geister an der Hand. Letztlich kann als wichtiges Argument eine Äußerung vom großen Papst Pius XII herangezogen werden: "Verbreitet dieses Werk - wer es liest wird verstehen..." Die Bücher sind auch sehr visuell, anschaulich, romanhaft geschrieben, sodaß sie sich zur Verfilmung geradezu anbieten. Der Drehbuchautor hat keine starke Phantasie mehr für die Umsetzung zu entwickeln... (siehe Leseproben weiter unten)
Leseproben aus div. Büchern der Maria Valtorta "Der Gottmensch" Mehr im Anhang bzw. auf unserer Internet Homepage - www.keryx-film.com
162. JESUS BEIM "TRÜGERISCHEN GEWÄSSER',: << DU SOLLST NICHT UNKEUSCHHEIT TREIBEN. >> Heute sage ich: ''Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.'' Laßt eure Blicke nicht umherschweifen, indem ihr versucht, auf diesem oder jenem Gesicht das Wort ''unkeusch'' zu lesen. Liebt euch gegenseitig. Hättet ihr es gern, wenn es jemand auf euch lesen würde? Nein! Sucht also nicht, es im beunruhigten Auge des Nachbarn zu lesen, auf einer Stirn, die sich rötet und sich bis zum Boden neigt. Dann... oh, sagt mir, besonders ihr Männer, wer von euch hat noch nie von diesem Brot aus Asche und Kot gekostet, das die sexuelle Befriedigung ist? Ist nur das Unkeuschheit, was euch für eine Stunde in die Arme einer Dirne treibt? Ist nicht auch das entweihte Zusammenleben mit der Gemahlin unkeusch, da es zum legalisierten Laster wird, indem es nur zur gegenseitigen Befriedigung der Sinnlichkeit dient unter Ausschluß der Folgen? Ehe bedeutet gegenüber, das besagt: ''Seid ein Fleisch und vermehrt euch in den Kindern'' (Gen. 1,26-28 usw. ). Daher seht, o ihr Frauen, die ihr absichtlich unfruchtbar bleiben wollt, ihr rechtmäßigen und ehrbaren Frauen, nicht in den Augen Gottes, aber in jenen der Welt, daß ihr trotzdem Dirnen gleichkommt und Unkeuschheit
I79. IM HAUSE DES SYNAGOGENVORSTEHERS KLEOPHAS Johannes und sein Bruder klopfen in einem Dorfe an eine Haustür. Ich erkenne jenes Haus wieder, in das die beiden Jünger von Emmaus mit dem auferstandenen Jesus gegangen sind. Als ihnen geöffnet wird, treten sie ein und reden mit jemandem, den ich nicht sehen kann. Dann gehen sie hinaus auf einen Weg und erreichen Jesus, der mit den andern an einem abseits gelegenen Orte wartet. << Er ist da, Meister und ist sehr glücklich, daß du wirklich gekommen bist. Er hat gesagt: ''Geht und sagt ihm, daß mein Haus ihm gehört. Nun will auch ich kommen.'' >> << Dann wollen wir gehen. >> Sie gehen eine Zeitlang und begegnen dem alten Synagogenvorsteher Kleophas, der mir schon vom ''Trügerischen Gewässer'' her bekannt ist. Sie verneigen sich gegenseitig, doch dann kniet der Greis, der einem Patriarchen gleicht, mit ehrerbietigem Gruße nieder. Bewohner des Ortes, die es sehen, kommen neugierig herbei. Der alte Mann erhebt sich und sagt: << Seht, das ist der verheißene Messias. Erinnert euch an diesen Tag, ihr Einwohner von Emmaus! >> Die einen betrachten ihn mit menschlicher Neugier, die anderen schon mit Blicken frommer Ehrfurcht. Zwei bahnen sich einen Weg, kommen zu ihm hin und sagen: << Der Friede sei mit dir, Rabbi! Auch wir waren an jenem Tage dabei. >> << Der Friede sei mit euch und mit allen! Ich bin zu euch gekommen, da mich euer Synagogenvorsteher darum gebeten hat. >> << Wirst du auch 180. UNTERWEISUNG DER JÜNGER AUF DEM WEG NACH ARIMATHÄA << Herr, was werden wir mit diesem anfangen? >> fragt Petrus Jesus, indem er auf den Mann namens Joseph zeigt, der ihnen folgt, seit sie Emmaus verlassen haben, und nun den beiden Söhnen des Alphäus und des Simon zuhört, die sich seiner ganz besonders angenommen haben. << Ich habe es schon gesagt. Er wird mit uns bis nach Galiläa kommen. >> << Aber dann?... >> << Dann... wird er bei uns bleiben. Du wirst sehen, daß es so kommen wird. >> << Wird auch er ein Jünger werden? Mit all dem, was er auf dem Gewissen hat? >> << Bist auch du ein Pharisäer? >> << Ich... nein! Aber mir scheint, daß die Pharisäer jeden unserer Schritte beobachten... >> << Wenn sie ihn bei uns sehen, werden sie uns Unannehmlichkeiten bereiten. Das willst du sagen, nicht wahr? Also, um uns nicht der Gefahr auszusetzen, belästigt zu werden, sollen wir einen Sohn Abrahams seiner Verzweiflung überlassen? Nein, Simon Petrus. Es geht um eine Seele, die 182. DIE SAMARITERIN FOTINAI << Ich bleibe hier. Geht in die Stadt und kauft, was wir für die Mahlzeit benötigen. Wir werden hier essen. >> << Sollen wir alle gehen? >> << Ja, Johannes. Es ist gut, wenn ihr alle miteinander geht. >> << Du bleibst allein?... Es sind Samariter... >> << Sie werden nicht die Schlimmsten unter den Feinden Christi sein. Geht, geht nur. Während ich hier auf euch warte, will ich für euch und für sie beten. >> Die Jünger gehen schweren Herzens davon; drei- oder viermal drehen sie sich nach Jesus um und betrachten ihn, wie er auf einem kleinen, sonnenbeschienenen Mäuerchen sitzt, das sich in der Nähe des breiten, niedrigen Randes eines Brunnens befindet; eines großen Brunnens, fast einer Zisterne gleich, so breit ist er. Im Sommer ist er von den großen, jetzt 1 Wegen der Gründe und der Ursache der Abspaltung der Samariter von den Juden und der daraus hervorgegangenen Opposition zwischen den beiden, und wegen der Haltung Jesu und der entstehenden Kirche gegenüber den Samaritern. kahlen, Bäumen beschattet. Das Wasser des Brunnens kann man nicht sehen, doch zeigen kleine Pfützen und Abdrücke der abgestellten Krüge auf dem Erdboden rundherum, daß Wasser geschöpft worden ist. Jesus ist in seine Gedanken vertieft. Er hat die gewohnte Haltung angenommen: die Ellbogen auf die Knie gestützt und die nach vorne gerichteten Hände gefaltet, den Oberkörper leicht gebeugt und das Haupt zur Erde geneigt. Er spürt die wärmende Sonne und läßt den Mantel vom Kopf und den Schultern gleiten, hält ihn aber noch zusammengefaltet auf seinem Schoß. Jesus hebt das Haupt und lächelt einer Schar rauflustiger Spatzen zu, die sich um eine am Brunnen verlorene Brotkrume streiten. Doch die Spatzen werden durch das Erscheinen einer Frau aufgeschreckt und fliegen davon. Die Frau hält mit der linken Hand einen leeren Krug am Henkel, während sie mit der rechten überrascht den Schleier zur Seite schiebt, um zu sehen, wer der Mann ist, der dort sitzt. Jesus lächelt der Frau zu, die um die 35-40 Jahre alt und hochgewachsen ist und markante, doch schöne Gesichtszüge hat. Ein Menschenschlag, den wir als spanisch bezeichnen möchten, wegen ihrer fahlen, olivfarbenen Haut, den gewölbten und leuchtenden Lippen, ihren geradezu übermäßig großen und schwarzen Augen unter den sehr dichten Augenbrauen und den rabenschwarzen Zöpfen, die durch den leichten Schleier hindurchscheinen. Auch die etwas üppigen Körperformen sind typisch orientalisch, wie bei den Araberinnen. Die Frau trägt ein buntgestreiftes Kleid, welches in der Taille eng zusammengezogen ist und an den molligen Hüften und der vollen Brust enganliegt und dann in einer Art loser Falten bis zum Boden reicht. Viele Ringe und Armbänder schmücken ihre fleischigen, braunen Hände, und unter den leinenen Unterärmeln kommen ihre mit Armbändern geschmückten Handgelenke hervor. Am Halse
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2) Ziel ** Verkauf der Buchrechte betreffend eine Ergänzung der biblischen Berichte über das Leben Jesu für eine Drehbuch- und nachfolgende Produktionserstellung für folgende multimediale Auswertungen:
a) als TV Serie 4 Blöcke mit je 52 Epis. Pro Epis. 26 Min insgesamt hat die deutsche Buchausgabe ca. 700 Kap = ca. 3 Buchkapiel pro Episode
b) als Kinofassung - ca. l40 Min - mit Stellen speziell die die Bibel ergänzen bzw. die durch herkömmliche Bibelverfilmungen beim Durchschnittspublikum weniger bekannt sind (z.B. Die Vorbereitung der Geburt des Erlösers in seinen Großeltern (Joachim und Anna) sowie der Jugend und der Persönlichkeit Marias und des hl. Josef (Marias Jahre der Erziehung im Tempel von Jerusalem, deren Verlobung u.a.) Geburt, Flucht nach Ägypten, Jesu Jahre in Nazareth - inclus. als 12 jähriger im Tempel, sein schwerer Abschied von der inzwischen verwitweten Maria in Nazareth am Beginn des öffentlichen Wirkens, Beginn Seines öffentl. Wirken mit rauhen 40-taegigen Wüsentagen und er Versuchung durch Satan, Persönlichkeit der versch. Apostel / div. Wunder von denen die hl. Schrift nicht berichtet - wie Jesu Schlichtung eines sich mit Messern bekämpfenden Maennerkonfliktes, Jesu tiefe Mutterliebe und Vertrautheit mit Maria, die Gruppe von Frauen die Jesus begleitet, seine Streitgespräche mit den Pharisäern, seine Freundschaft mit Lazarus, die Bekehrung von Maria Magdalena, viele Details von Passion von denen die hl. Schrift nicht berichtet / Auferstehungsberichte / Himmelfahrt / Geistsendung / Verfolgung der Kirche, Petrus als Führerpersönlichkeit in der Urkirche, die Gestalt des späteren hl. Paulus ua.
c) als Videocassetten-Edition - u. zwar als Set v. 26 VC - je 8 Epis. - ca. 200 Min je VC auch einzeln zu kaufen. Die ganze TV Fassusng also auf Videocassette. d) als Toncassetten bzw. CD-Fassung - Auszüge v. Büchern - ca. 70% von Buchinhalt als Audio-Serie - auch einzeln zu kaufen / gelesen v. bekannten Schauspielern und mit Musikpassagen aus dem Film unterlegt (z.B mit traditioneller Musik aus der Zeit Jesu in aramäischer bzw. hebr. Darbietung und kurze vorausgehende Erklärung über den Inhalt der Lieder bzw. Musik).
e) als CD - Rom Fassung ( ganzer Buchtext + Stichworte f. Suchmöglichkeiten - z.B. für Predigt - Vorbereitung (mit Vorschlägen zu den Perikopenplan der Jahreskreise). Weiters mit vielen Ergänzungen bzw. Zusatzinformationen zum Hl. Land (Bilder, Ausgrabungen, Kultur, Brauchtum. Karten die Anzeigen wo sich welches Geschehen das in Büchern berichtete wird. abspielte. Musikbeispiele aus der damaligen Zeit, andere Quellen die über Jesus berichten - wie Josephus Flavius als Geschichtsschreiber u.a.. Weiters: Vergleiche Bibelaussagen mit Valtorta Büchern (also eine Art "Synopse" ) Weiters: Biographie der wichtigsten Persönlichkeiten die in Valtorta Werken vorkommen und deren biographische Ergänzung, soweit bekannt - wie Zeittafeln u.a. Speziell hinsichtlich ihrer Beziehung zum Herrn in Freundschaft oder Feindschaft *Weiters: aus dem letzten Band der Buchreihe die Begründung des Herrn warum unser Jahrhundert Geschenk der Valtorta Bücher erhielt. Weiters. Noch div. Details aus dem Keryx Prospekt bzw. Keryx Homepage über die Valturta Buchreihe - etwas detaillierter gebracht (z.B. Biographie des "Instrumentes" Maria Valtorta wie sie der Herr liebevoll nennt - in Bildern. Dann: Zeugenaussagen v. wichtigen Persönlichkeiten (Literaten, Künstler, Politiker u.a.) über die Bücher und ihre Erfahrung damit.( Herausgeber hat umfangreiche Dokumentation darüber bzw. eigenes Buch. Werdegang der Bücher seit dem Beginn der Veröffentlichung.
f) Versuch, die Buchrechte auch für jene Territorien bzw. Sprachversionen wo sie noch nicht vergeben sind (wobei der übernehmende Verlag bei Interesse auch die Toncassetten,CD-Rom und Videorechte der geplanten Neuproduktion mit übernehmen könnte).
* Mittel zur Erreichung des Zieles
* Wie soll diese Option auf die audio-visuelle Verwertung konkret realisiert werden? 1) Versand von Leseproben und Begleitbrief an internat. Produktionen (als Papierform mit beiliegender Diskette f. mehr Leseproben und Hinweis auf Keryx Homepage für mehr Infos) Im Brief wird das Gesamtprojekt (ähnlich wie im vorliegenden Plan) vorgestellt bzw. detailliert die Rechte angeboten - ohne Preisnennung, da einfach Angebote mit Preisvorschlägen abgewartet werden sollen. 2) Nach dieser Aussendung gezielt telef. Nachfassen - nach ca. 2 Wochen - um festzustellen wo grundsätzlich Offenheit für Projekt vorhanden ist. Adressen sind im grossen Umfang vorhanden (Spezial CD-Rom mit internat. Adressen v. TV Stationen, Produzenten, Vertriebsfirmen aus der TV-Branche). 3) Persönliches Treffen mit jenen, wo das stärkste Interesse vermutet wird.
KURZKALKULATION HINSICHTLICH DER RENTABILITÄT DES VORHABENS: Man kann bei einem guten Verlauf der Angebotsaktion an potentielle Käufer der Verwertungsrechte in den verschiedenen Medienbereichen (TV, CD-Rom etc.- s. oben) innerhalb von 6 Monaten zu einem Abschluß kommen. Wir gingen bei unseren Berechnungen von ca. l8 Monaten aus, bis sich die Buchrechte an div. Produzenten in den versch. Medien veräußern ließen.
KOSTEN: 1) Zahlung eines MINIMUM GARANTIE an den Rechteinnhaber für die Buchserie US $ 300.000- ( Der Vertrag mit diesem würde u.a. beinhalten dass wir die exklusive Möglichkeit haben, die Verwertungsrechte für div. Medienproduktionen zum bestmöglichen Preis zu vergeben. Der Lizenzgeber bzw. Buchrechteinhaber würde grundsätzlich ein Mitspracherecht haben, was die konkrete Umsetzung der einzelnen Produktionen angeht, um den Geist und die Würde des Werkes respektiert zu sehen (welche künstl. Persönlichkeiten mitwirken u.a. wichtige Details): Der Buch - Rechte- Inhaber würde weiters neben dem sogen. Minimum Garantie auch am Verkaufserfolg der div. Medien in der Höhe von 7 % (als vorläufige Annahme) mitbeteiligt sein (Aus allen Erlösen die bei uns eingehen ohne Verkaufssteuern). Diese Royalties würde erst bezahlt werden, wenn sie die Höhe des Minimum Garantie überschritten hätten. Die Verwertungs- rechte sind für unbestimmte Dauer vergeben, sofern sie weiter auf dem Markt angeboten werden. Falls der Produzent bzw sein Vertrieb keine Verkaufsaktionen mehr unternimmt, kann der Buchrechteinhaber entsprechende Schritte für eine Weiterverwertung verlangen bzw. selbst aktiv werden in div. Märkten und dem Produzenten noch festzulegende Anteile am Erlös bezahlen. 2) Kosten um künstlerische Schlüsselpersonen (Regisseur, Schau- spieler, Sprecher) zu einer schriftlichen Bereitschaftserklärung zu bringen, dass sie bereit wären, in einer zukünftigen Produktion mitzuwirken, wenn diese realisiert werden würde. Diese schriftl. Bereitschaftserklärungen können den Verkaufserfolg des Rechteverkaufs stark erhöhen bzw. beschleunigen. $ 15.000 Kosten für E-mails, Faxe ua. um Erstkontakte mit potent. interess. Produzenten herzustellen, denen man Gesamtkonzept vorschlägt und die Leseproben an der Buchfassung erhalten. Hier sind auch Personalkosten für diese Aussenden includiert sowie telef. Nachbearbeitung der Aussendung $ 30.000- 4) Reisekosten um Gespräche mit pot. Interessierten Produzenten zu führen, die Interesse auf Grund der schriftl. Projektunterlagen bekundet haben $ 30.000- 5) Sonstige Kosten $ 25.000 ------------- Gesamtkosten f. Rechteverkauf $ 300.000 ===============
ERLÖSE: 1) Verkaufe der Rechte für die diversen Auswertungen ( TV, Videocass, CDrom etc. - s. oben) a) Minimum guarantee $ 700.000- b) Royalty of 10 % (difference = 3% - da wir ja, wie oben angeführt, 7% von allen Erlösen an den Buchrechteinhaber abführen müssen). Einnahmenschätzung für die ersten 10 Jahre von den 3% Differenz-Prozentsatz S 300.000- 2) Wir haben uns im Vertrag für die Abgabe der Auswertungsrechte auch vorbehalten, dass wir für 25 kleinere Märkte (Länder) entweder selbst den Vertrieb an den Zwischenhandel bzw. an Endverbraucher vornehmen oder die Rechte dafür an Dritte weiterverkaufen. Erlös daraus $ 100.000- -------------- $ 1.100.000 ================
Gewinn den das Projekt abwerfen könnte : $ 800.000- Schlussbemerkungen: Das ganze Projekt hat vor allem eine große missionarische bzw. Evangelisationsperspektive. Ein Potential, Millionen mit der Botschaft Christi zu erreichen, der Worte lebendigen Lebens hat. Ein Potential also, bessere Menschen (Christen) zu fördern. Dies würde automatisch auch den moralischen Standard unserer Zivilisation heben, was wiederum mehr Lebensqualität für alle mit sich bringen würde. Mehr Aufmerksamkeit für den Mitmenschen und die Gesellschaft, mehr Güte, Nächstenliebe und Gottesliebe, mehr Respekt der Rechte des anderen, mehr Toleranz (z.B. gegen andere Rassen, Denkweisen u.a.) - die aus der Liebe kommt - würde auch die Lebensqualität für uns alle erhöhen und somit mehr Lebensglück bedeuten. Dies alles wäre jedoch nur eine sekundäre Priorität. Absolute Priorität müßte der Gehorsam gegenüber dem Wunsch Christi haben, das Geschenk der ergänzenden Information über Sein Leben, Tun und Reden, das Er unserer Zeitepoche zuteil werden ließ, so weit als möglich zu verbreiten. (Sie auch eine Publikation der Gründe, warum Christus unserer Epoche diese Publikation vorbehalten hat - zusammen mit den Leseproben) Es gibt tausende bewegende Berichte auf Grund der Buchlektüre bzw. internationalen Buchverbreitung, wie Menschen ihr Leben ändern, spirituell Riesenschritte weiter kommen, viele Fragen Antwort finden.... Ein großer Dienst also am Lebensglück vieler, vieler Menschen wäre damit in die Wege geleitet!
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Etwas mehr Auszüge bzw. Leseproben aus den Büchern "Maria Valtorta: der Gottmensch"
163. DIE VERSCHLEIERTE BEIM ''TRÜGERISCHEN GEWÄSSER', Das Wetter ist so schauerlich, daß kein Pilger kommen konnte. Es gießt in Strömen, und der Vorplatz hat sich in einen Tümpel verwandelt, auf dem trockene Blätter schwimmen, die wer weiß woher stammen und vom Wind bis hierher geweht worden sind. Der Wind pfeift und rüttelt an Angeln und Türen. In der Küche, in der es dunkler als gewöhnlich ist, weil man, um das Eintreten des Regenwassers zu verhindern, die Türe geschlossen halten muß, und die voll von Rauch ist, da ihn der Wind zurückdrängt, wird man geräuchert, die Augen tränen und der Husten reizt. << Da hatte Salomon recht >>, belehrt Petrus. << Drei Dinge sind es, die den Mann vertreiben: ein zänkisches Weib - das habe ich in Kapharnaum gelassen, damit es sich mit den anderen Schwiegersöhnen zanken kann -, ein Kamin, der den Rauch nicht abziehen läßt, und ein Dach, das nicht wasserdicht ist... und diese beiden haben wir. Doch morgen werde ich mich um den Kamin kümmern. Ich werde aufs Dach steigen, und du, du und du (Jakobus, Johannes und Andreas), ihr werdet mit mir kommen. Mit Schieferplatten werden wir den Kamin aufstocken und ihn mit einem Dach versehen. >> << Und wo willst du die Schieferplatten hernehmen? >> 164. JESUS BEIM ''TRÜGERISCHEN GEWÄSSER',: << DU SOLLST DIE FEIERTAGE HEILIGEN. >> Das Wetter ist nicht mehr so ungut, und obgleich es immer noch regnet, erlaubt es den Leuten wieder, zum Meister zu kommen. Jesus steht abseits und hört zwei oder drei Personen an, die ihm Wichtiges anzuvertrauen haben, dann aber wieder beruhigt an ihren Platz zurückkehren. Er segnet auch ein Knäblein, das seine kleinen Beine so unglücklich gebrochen hat, daß kein Arzt es behandeln will und alle sagen: << Es ist unmöglich, sie sind oben, bei der Wirbelsäule, gebrochen, >> erklärt die Mutter ganz in Tränen aufgelöst: << Es ist mit seinem Schwesterchen auf der Dorfstraße herumgesprungen. Da ist ein Herodianer mit << Der Arzt ist der Arzt. Ich bin ich! Warum bist du gekommen? >> << Weil du der Messias bist >>, antwortet die Frau und wird weiß und rot im Gesicht, hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung. << Also? Komm, Kleiner! >> Jesus legt einen Arm unter die leblosen Beinchen, den anderen unter die Schultern, hebt das Kind hoch und fragt: << Tut es weh? Nein? Gut, dann sag Mama Lebewohl, und wir wollen gehen. >> Dann geht er mit seiner Last durch die Menge, die Platz macht, und erreicht eine Art von Podest, das sie für ihn errichtet haben, damit ihn alle sehen können, auch jene im Hof. Er läßt sich einen Hocker geben und setzt sich nieder, nimmt das Kind auf die Knie und fragt es: << Gefällt es dir? Nun sei brav und höre auch du gut zu >>, und Jesus beginnt zu sprechen. Seine Rede begleitet Jesus mit Gebärden der rechten Hand, während er mit der Linken das Kind stützt, das die Menschen beobachtet, glücklich darüber, etwas sehen zu können. Es lächelt der Mutter zu, die hinten im Raum in bangender Hoffnung zittert. Das Kind spielt mit der Kordel am Gewand Jesu und mit dem weichen, 168. JESUS BEIM ''TRÜGERISCHEN GEWÄSSER''. ER HEILT DEN BESESSENEN RÖMER. ER SPRICHT ZU RÖMERN. Jesus ist heute mit den neun Zurückgebliebenen zusammen, denn die drei anderen sind nach Jerusalem abgereist. Thomas, der immerfrohe, ist mit seinem Gemüse und anderen, geistigeren Obliegenheiten beschäftigt, während Petrus mit Philippus, Bartholomäus und Matthäus sich um die Pilger kümmert, und die anderen zur Taufe zum Fluß gehen, was bei diesem scharfen Winde wirklich eine Buße ist. Jesus sitzt noch in seiner Ecke in der Küche, während Thomas arbeitet und schweigt, um den Meister nicht zu stören. Andreas kommt und sagt: << Meister, es ist ein Kranker da. Ich würde vorschlagen, ihn sofort zu heilen, denn... sie sagen er sei geisteskrank, aber sie sind nicht Israeliten. Wir würden sagen, er ist besessen. Er schreit, grölt, verkrampft sich und schlägt um sich. Komm und sieh! >> << Sofort. Wo ist er? >> << Noch auf dem Felde. Hörst du dieses Geheul? Das ist er. Es hört sich wie ein Tierlaut an, doch es ist er. Er muß reich sein, denn sein Begleiter ist gut angezogen, und man hat ihn aus einem prächtigen Fuhrwerk gehoben, das vornehm und von vielen Dienern umgeben ist. Er muß ein I69. JESUS BEIM ''TRÜGERISCHEN GEWÄSSER,,: << DU SOLLST KEIN FALSCHES ZEUGNIS ABLEGEN. >> << Wieviel Volk! >> ruft Matthäus aus und Petrus entgegnet: << Schau! Auch Galiläer sind da... Wir wollen es dem Meister sagen. Es sind drei angesehene Gauner! >> << Sie kommen vielleicht meinetwegen. Auch hier verfolgen sie mich... >> << Nein, Matthäus. Der Hai frißt keine kleinen Fische. Er will den Menschen, eine edle Beute. Nur wenn er keinen findet, schnappt er einen großen Fisch. Aber ich, du und die anderen, wir sind kleine Fische... kleine Ware. >> << Du meinst, sie sind des Meisters wegen gekommen? >> fragt Matthäus. << Für wen denn sonst? Siehst du nicht, wie sie nach allen Seiten spähen? Sie gleichen wilden Tieren, die die Spur der Gazelle wittern. >> << Ich gehe und melde es. >> << Warte! Wir wollen es den Söhnen des Alphäus sagen. Er ist zu gut. Eine vergeudete Güte, wenn sie in ihren Rachen fällt. >> << Du hast recht. >> Die beiden gehen zum Fluß und rufen Jakobus und Judas. << Kommt, hier sind einige Verdächtige. Sie sind bestimmt gekommen, um den Meister zu belästigen. >> << So laßt uns gehen. Wo ist der Meister? >> << Noch in der Küche. Wir wollen uns beeilen, denn wenn er es bemerkt, wäre er nicht einverstanden! >> << Ja, und er tut nicht gut daran. >> << Das sage ich auch. >> 63
Sie kehren zum Dreschplatz zurück. Die Gruppe aus Galiläa spricht steif und herablassend mit anderen Leuten. Judas des Alphäus nähert sich ihnen zufällig und hört: << Worte müssen auf Tatsachen beruhen. >> << Die erbringt er. Erst gestern hat er einen besessenen Römer geheilt >>, entgegnet ein kräftiger Mann I70. JESUS BEIM ''TRÜGERISCHEN GEWÄSSER,,: << DU SOLLST NICHT BEGEHREN DEINES NÄCHSTEN GUT. >> << Gott gibt jedem das Nötige. Das ist in Wahrheit so. Was braucht der Mensch? Den Prunk? Eine große Zahl von Dienern? Landgüter, daß man deren Felder gar nicht zählen kann? Gastmähler, die bei Sonnenuntergang beginnen und bei Sonnenaufgang enden? Nein! Was der Mensch braucht, ist ein Obdach, ein Brot und ein Gewand. Das Nötigste zum Leben! Schaut euch um. Wer sind die fröhlichsten und gesündesten Menschen? Wer erfreut sich eines gesunden, friedlichen Alters? Die Genießer? Nein, 69
jene, die ehrbar leben, arbeiten und sich das Angemessene wünschen. Sie kennen das Gift ungeordneter Begierden nicht und bleiben kräftig. Sie kennen nicht das Gift der Unmäßigkeit und bleiben beweglich. Sie kennen das Gift des Neides nicht und bleiben fröhlich. Wer aber immer mehr haben will, verliert den eigenen Frieden, verliert die Freude, wird vorzeitig altern, ausgebrannt von Haß und Unmäßigkeit. Ich könnte die beiden Gebote ''Du sollst nicht stehlen'' und ''Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut'' zusammenfassen. Denn das unbändige Verlangen treibt zum Diebstahl. Es ist nur ein kurzer Schritt vom einen zum andern. Ist jeder Wunsch unerlaubt? Das sage ich nicht. Ein Familienvater, der I74. IN BETHANIEN. IM HAUSE SIMONS DES ZELOTEN Als Jesus den letzten Anstieg überwunden und die Hochebene erreicht hat, sieht er Bethanien in der klaren Dezembersonne vor sich liegen. Die kahle Winterlandschaft scheint weniger trostlos, und weniger düster erscheinen auch die dunklen Flecken der Zypressen, der Eichen und der Johannisbrotbäume, die sich da und dort erheben und Höflingen gleichen, die im Begriff sind, sich vor einer der sehr hohen Palmen zu verneigen, die wahrhaft königlich in den ein großer Knoten. Dies alles läßt mich an eine Römerin oder Griechin denken. Sie blickt neugierig herum, denn die Zurufe der Frauen und die Hosannarufe der Männer lassen sie aufmerksam werden. Doch sie hat nur ein verächtliches Lächeln, da sie sieht, daß die Leute einem einfachen Mann entgegengehen, der nicht einmal einen Esel hat und mit einigen Männern, die zu ihm passen, jedoch weniger interessant sind, daherkommt. Sie hebt nur die 94 Schultern, macht eine gelangweilte Miene und entfernt sich, gefolgt von einer Schar bunter Stelzvögel, die sie an Stelle von Hunden begleiten. Es sind weiße Ibisse und bunte Flamingos, deren silberne Krönchen auf den Köpfen zittern, was der einzige Schmuck dieser prächtigen, rotgelb gefiederten Vögel ist. Jesus blickt diese Frau einen Augenblick an, dann wendet er sich um, einen sehr alten Mann anzuhören, der keine so schwachen Beine haben möchte. Jesus streichelt und ermuntert ihn, Geduld zu haben, denn bald komme das Frühjahr und mit der warmen Aprilsonne werde er sich bestimmt kräftiger fühlen. Da taucht Maximinus auf, der Lazarus um einige Schritte vorausgegangen ist. << Meister, Simon hat mir I75. DAS LICHTERFEST IM HAUSE DES LAZARUS IN ANWESENHEIT DER HIRTEN Das an sich schon prächtige Haus des Lazarus ist an diesem Abend herrlich geschmückt. Es scheint zu brennen wegen der großen Zahl der angezündeten Lichter, und das Licht ergießt sich an diesem Beginn der Nacht von den Sälen in die Vorhalle und aus dieser zum Säulengang. Es taucht den Kies der Wege, die Pflanzen und die Gewächse der Beete in Gold und steht im Wettstreit mit dem Mondschein, den es für einige Meter besiegt, während in einer weiteren Entfernung alles engelgleich erscheint im Gewand aus reinem Silber, das der Mond auf alles wirft. Auch die Stille, die den herrlichen Garten einhüllt, in dem man I77. EIN NEUER JÜNGER. AUFBRUCH NACH GALILÄA << Herr, ich habe nur meine Pflicht Gott, meinem Herrn und der Ehrlichkeit des Gewissens gegenüber getan. Ich habe jene Frau während der Zeit, da sie mein Gast war, beobachtet und sie stets ehrbar befunden. Sie mag einmal eine Sünderin gewesen sein. Nun ist sie es bestimmt nicht mehr. Warum soll ich in eine Vergangenheit eindringen, die sie selbst mit einem Gitter verschlossen hat, um sie auszulöschen? Ich habe halbwüchsige Jungen, und sie sind nicht häßlich. Sie aber hat nie ihr wirklich schönes Antlitz gezeigt oder ihre Stimme hören lassen. Ich muß sagen, daß ich den silbernen Klang ihrer Stimme nur vernommen habe, als sie wegen ihrer Verletzung aufschrie. Sonst hat sie das wenige, um das sie bat, nur hinter ihrem Schleier mir oder meiner Frau zugeflüstert und zwar so leise, daß man es kaum verstehen konnte. Siehst du, wie klug sie war? Als sie fürchtete, daß ihre Anwesenheit schaden könnte, ging sie weg. Ich hatte ihr Hilfe und Verteidigung versprochen, aber sie machte keinen Gebrauch davon. Nein, so machen es verkommene Frauen nicht. Ich werde für sie beten, wie sie es I78. AUF DEN BERGEN BEI EMMAUS Jesus ist mit den Seinen in einer gebirgigen Gegend. Der Weg ist beschwerlich und steinig, und die Älteren haben ihre Mühe. Die Jungen hingegen sind alle fröhlich um Jesus und steigen lachend und plaudernd hinan. Die beiden Vettern, die beiden Söhne des Zebedäus und Andreas, sind so begeistert, nach Galiläa zurückkehren zu können, daß sie auch Iskariot anstecken, der seit einiger Zeit in bester Gemütsverfassung ist. Er beschränkt sich darauf, zu sagen: << Meister, aber an Ostern, wenn wir zum Tempel gehen, kommst du dann wieder nach Kerioth? Meine Mutter hofft immer noch auf deinen Besuch. Sie hat mir es sagen lassen. Meine Mitbürger ebenfalls! >> << Bestimmt. Jetzt, wenn ich auch wollte, wäre die Jahreszeit zu rauh, um sich auf solch unwegsame Pfade zu begeben. Seht, wie es auch hier mühsam ist. Ohne daß ich es müßte, hätte ich diesen Marsch nicht unternommen... Aber man konnte nicht länger dort bleiben... >> Jesus schweigt, in Gedanken verloren. << Doch danach, ich meine nach Ostern, könnte man dann hingehen? Ich möchte Jakobus und Andreas deine Höhle zeigen >>, sagt Johannes. << Vergißt du die Liebe zu Bethlehem etwa unseretwegen? mischt sich Judas I79. IM HAUSE DES SYNAGOGENVORSTEHERS KLEOPHAS Johannes und sein Bruder klopfen in einem Dorfe an eine Haustür. Ich erkenne jenes Haus wieder, in das die beiden Jünger von Emmaus mit dem auferstandenen Jesus gegangen sind. Als ihnen geöffnet wird, treten sie ein und reden mit jemandem, den ich nicht sehen kann. Dann gehen sie hinaus auf einen Weg und erreichen Jesus, der mit den andern an einem abseits gelegenen Orte wartet. << Er ist da, Meister und ist sehr glücklich, daß du wirklich gekommen bist. Er hat gesagt: ''Geht und sagt ihm, daß mein Haus ihm gehört. Nun will auch ich kommen.'' >> << Dann wollen wir gehen. >> Sie gehen eine Zeitlang und begegnen dem alten Synagogenvorsteher Kleophas, der mir schon vom ''Trügerischen Gewässer'' her bekannt ist. Sie verneigen sich gegenseitig, doch dann kniet der Greis, der einem Patriarchen gleicht, mit ehrerbietigem Gruße nieder. Bewohner des Ortes, die es sehen, kommen neugierig herbei. Der alte Mann erhebt sich und sagt: << Seht, das ist der verheißene Messias. Erinnert euch an diesen Tag, ihr Einwohner von Emmaus! >> Die einen betrachten ihn mit menschlicher Neugier, die anderen schon mit Blicken frommer Ehrfurcht. Zwei bahnen sich einen Weg, kommen zu ihm hin und sagen: << Der Friede sei mit dir, Rabbi! Auch wir waren an jenem Tage dabei. >> << Der Friede sei mit euch und mit allen! Ich bin zu euch gekommen, da mich euer Synagogenvorsteher darum gebeten hat. >> << Wirst du auch 180. UNTERWEISUNG DER JÜNGER AUF DEM WEG NACH ARIMATHÄA << Herr, was werden wir mit diesem anfangen? >> fragt Petrus Jesus, indem er auf den Mann namens Joseph zeigt, der ihnen folgt, seit sie Emmaus verlassen haben, und nun den beiden Söhnen des Alphäus und des Simon zuhört, die sich seiner ganz besonders angenommen haben. << Ich habe es schon gesagt. Er wird mit uns bis nach Galiläa kommen. >> << Aber dann?... >> << Dann... wird er bei uns bleiben. Du wirst sehen, daß es so kommen wird. >> << Wird auch er ein Jünger werden? Mit all dem, was er auf dem Gewissen hat? >> << Bist auch du ein Pharisäer? >> << Ich... nein! Aber mir scheint, daß die Pharisäer jeden unserer Schritte beobachten... >> << Wenn sie ihn bei uns sehen, werden sie uns Unannehmlichkeiten bereiten. Das willst du sagen, nicht wahr? Also, um uns nicht der Gefahr auszusetzen, belästigt zu werden, sollen wir einen Sohn Abrahams seiner Verzweiflung überlassen? Nein, Simon Petrus. Es geht um eine Seele, die 182. DIE SAMARITERIN FOTINAI << Ich bleibe hier. Geht in die Stadt und kauft, was wir für die Mahlzeit benötigen. Wir werden hier essen. >> << Sollen wir alle gehen? >> << Ja, Johannes. Es ist gut, wenn ihr alle miteinander geht. >> << Du bleibst allein?... Es sind Samariter... >> << Sie werden nicht die Schlimmsten unter den Feinden Christi sein. Geht, geht nur. Während ich hier auf euch warte, will ich für euch und für sie beten. >> Die Jünger gehen schweren Herzens davon; drei- oder viermal drehen sie sich nach Jesus um und betrachten ihn, wie er auf einem kleinen, sonnenbeschienenen Mäuerchen sitzt, das sich in der Nähe des breiten, niedrigen Randes eines Brunnens befindet; eines großen Brunnens, fast einer Zisterne gleich, so breit ist er. Im Sommer ist er von den großen, jetzt kahlen, Bäumen beschattet. Das Wasser des Brunnens kann man nicht sehen, doch zeigen kleine Pfützen und Abdrücke der abgestellten Krüge auf dem Erdboden rundherum, daß Wasser geschöpft worden ist. Jesus ist in seine Gedanken vertieft. Er hat die gewohnte Haltung angenommen: die Ellbogen auf die Knie gestützt und die nach vorne gerichteten Hände gefaltet, den Oberkörper leicht gebeugt und das Haupt zur Erde geneigt. Er spürt die wärmende Sonne und läßt den Mantel vom Kopf und den Schultern gleiten, hält ihn aber noch zusammengefaltet auf seinem Schoß. Jesus hebt das Haupt und lächelt einer Schar rauflustiger Spatzen zu, die sich um eine am Brunnen verlorene Brotkrume streiten. Doch die Spatzen werden durch das Erscheinen einer Frau aufgeschreckt und fliegen davon. Die Frau hält mit der linken Hand einen leeren Krug am Henkel, während sie mit der rechten überrascht den Schleier zur Seite schiebt, um zu sehen, wer der Mann ist, der dort sitzt. Jesus lächelt der Frau zu, die um die 35-40 Jahre alt und hochgewachsen ist und markante, doch schöne Gesichtszüge hat. Ein Menschenschlag, den wir als spanisch bezeichnen möchten, wegen ihrer fahlen, olivfarbenen Haut, den gewölbten und leuchtenden Lippen, ihren geradezu übermäßig großen und schwarzen Augen unter den sehr dichten Augenbrauen und den rabenschwarzen Zöpfen, die durch den leichten Schleier hindurchscheinen. Auch die etwas üppigen Körperformen sind typisch orientalisch, wie bei den Araberinnen. Die Frau trägt ein buntgestreiftes Kleid, welches in der Taille eng zusammengezogen ist und an den molligen Hüften und der vollen Brust enganliegt und dann in einer Art loser Falten bis zum Boden reicht. Viele Ringe und Armbänder schmücken ihre fleischigen, braunen Hände, und unter den leinenen Unterärmeln kommen ihre mit Armbändern geschmückten Handgelenke hervor. Am Halse I83. BEI DEN BEWOHNERN VON SICHAR Eine Gruppe von angesehenen Samaritern, die von Fotinai angeführt wird, kommt auf Jesus zu. << Gott sei mit dir, Rabbi. Die Frau hat uns gesagt, daß du ein Prophet bist und es nicht unter deiner Würde hältst, mit uns zu sprechen. Wir bitten dich, bleibe bei uns und versage uns dein Wort nicht, denn wenn es auch wahr ist, daß wir von Judäa getrennt sind, so ist damit nicht gesagt, daß nur Judäa heilig und die Sünde nur in Samaria sei. Auch bei uns gibt es Gerechte. >> << Diese Auffassung habe ich im Gespräch mit dieser Frau vertreten... Ich dränge mich nicht auf, aber ich verweigere mich auch nicht dem, der mich sucht. >> << Du bist gerecht. Die Frau hat uns gesagt, daß du der Christus wärest. Ist das wahr? Antworte uns im Namen Gottes. >> << Ich bin es. Die messianische Zeit ist gekommen. Israel ist mit seinem König vereinigt, und nicht nur Israel allein. >> << Aber du bist für jene gekommen, die... die nicht im Irrtum sind wie wir >>, bemerkt ein stattlicher Greis. << Mann, ich erkenne in dir das Oberhaupt all dieser Menschen hier und sehe auch ein ehrliches Suchen nach der Wahrheit. Höre nun, du, der du ein Gelehrter der Heiligen Schriften bist! Zu mir wurde dasselbe gesagt, was der Geist zu Ezechiel sprach, als er ihm die prophetische Sendung übertrug: ''Menschensohn, ich sende dich zu den Kindern Israels, zu den wiederspenstigen Völkern, die von mir abgefallen sind... Es sind Kinder mit hartem Antlitz und verstocktem Herzen... Es kann sein, daß sie dir zuhören und 187. JESUS BESUCHT DEN TÄUFER BEI ÄNON Es ist eine mondhelle Nacht, so klar, daß die Landschaft in allen Einzelheiten erkennbar ist und die Felder mit dem jungen Getreide einem Teppich aus grünsilbernem Filz gleichen, der von den dunklen Bändern der Pfade durchzogen ist und von den Bäumen bewacht wird, die auf der vom Mond beschienenen Seite ganz weiß, auf der Rückseite jedoch tief schwarz erscheinen. Jesus ist allein und geht entschlossen und sehr schnell seines Weges, bis er zu einem Wasserlauf kommt, der gurgelnd in nordöstlicher Richtung zur Ebene hinabfließt. Er folgt ihm bis zu einer einsamen Stelle an einem wilden, steilen Ufer. Schließlich macht er noch einen Bogen, steigt einen Pfad empor und gelangt zu einem natürlichen Unterstand am Hang des Hügels. Er tritt ein und beugt sich über ein liegendes Wesen, das kaum kenntlich ist, da der Mondschein, der den Pfad erleuchtet, nicht in die Höhle eindringt. Jesus ruft: << Johannes! >> Der Mann erwacht und setzt sich, noch vom Schlaf benommen, auf. Doch als ihm bewußt wird, wer ihn gerufen hat, springt er auf, um sich gleich vor Jesus niederzuwerfen und zu sagen: << Wie geschieht mir, daß mein Herr zu mir gekommen ist? >> << Ich bin gekommen, um dein und mein Herz glücklich zu machen. Du sehntest dich nach mir, Johannes. Da bin ich. Steh auf! Laßt uns in den Mondschein hinaustreten und uns zum Gespräch auf den Felsblock bei der Grotte setzen. >> Johannes gehorcht, er steht auf und tritt hinaus. Doch als Jesus sich gesetzt hat, kniet er in seinem Schafsfell, das seinen sehr mageren Körper nur dürftig bedeckt, vor Christus nieder und streicht sein langes, wirres Haar, das ihm vor die Augen gefallen war, zurück, um den Sohn Gottes besser betrachten zu können. Der Gegensatz ist kraß. Jesus ist blaß und blond, hat weiches, geordnetes Haar und einen kurzen Bart an der unteren Gesichtshälfte. Johannes hingegen hat ein wahres Gewirr von pechschwarzem Haar, aus dem nur zwei tiefliegende, wie von Fieber glänzende Augen hervorstechen. << Ich bin gekommen, um dir ''danke'' zu sagen. Du hast mit der Vollkommenheit der Gnade, die in dir ist, deine Mission als mein Vorläufer erfüllt und wirst sie weiterhin erfüllen. Wenn die Stunde gekommen ist, wirst du an meiner Seite in den Himmel eingehen, denn du hast alles von Gott verdient. Doch in der Erwartung dieses Ereignisses wirst du schon den Frieden des Herrn genießen, mein geliebter Freund. >> << Bald schon werde ich in den Frieden eingehen. Mein Meister und mein Gott, segne deinen Knecht, um ihn für die letzte Prüfung zu stärken. Es ist mir nicht unbekannt, daß diese nunmehr sehr nahe ist, und daß ich noch ein Zeugnis abzulegen habe: jenes des Blutes. Dir, mehr noch als mir, ist es bekannt, daß meine Stunde naht. Dein Kommen ist Ausdruck der barmherzigen Güte 188. JESUS UNTERWEIST DIE APOSTEL << Herr, warum ruhst du dich nicht aus in der Nacht? Heute nacht bin ich aufgestanden und habe dich nicht gefunden. Dein Lager war leer. >> << Warum hast du mich gesucht, Simon? >> << Um dir meinen Mantel zu geben. Ich fürchtete, du könntest in dieser hellen, doch sehr frischen Nacht frieren. >> << War dir nicht kalt? >> << Ich habe mich in vielen Jahren des Elends daran gewöhnt, kaum bedeckt, schlecht ernährt und schlecht untergebracht zu sein... Das Tal der Toten... Welch ein Schrecken! Diesmal ist es nicht so, doch das nächste Mal, wenn wir nach Jerusalem gehen, Herr, dann komm zu dieser Stätte des Todes. Es sind so viele Unglückliche dort... und die körperliche Not ist noch nicht das Schlimmste... Das, was die Menschen dort verzehrt, ist die Verzweiflung. Findest du nicht, mein Herr, daß die Aussätzigen zu hart behandelt werden? >> Es ist Judas Iskariot, der Jesus mit der Antwort zuvorkommt und zum Zeloten, der für seine früheren Leidensgenossen eintritt, sagt: << Möchtest du sie vielleicht frei unter dem Volk herumlaufen lassen? Es ist ihr Pech, wenn sie aussätzig sind. >> << Es fehlte nur noch das, um aus den Juden Märtyrer zu machen! Auch noch der Aussatz auf den Straßen, zusammen mit den Soldaten und all den anderen Dingen >>, ruft Petrus aus. << Es scheint mir eine gerechte Maßnahme der Vorsicht, sie abgesondert zu halten >>, bemerkt Jakobus des Alphäus. << Ja, doch dies sollte mit Mitgefühl geschehen. Du kannst dir nicht vorstellen, was es heißt, aussätzig zu sein. Du kannst darüber nicht sprechen. Wenn es gut ist, sich um die Gesundheit des Leibes zu sorgen, wieso sollten wir uns nicht ebenso um die Seelen der Aussätzigen kümmern? Wer spricht zu ihnen von Gott? Nur Gott allein weiß, wie nötig sie es hätten, in ihrer furchtbaren Trostlosigkeit an 189. JESUS IN NAZARETH. << SOHN, ICH WERDE MIT DIR KOMMEN. >> Jesus ist allein. Er schreitet rasch auf der Hauptstraße, die nach Nazareth führt, dahin und wendet seine Schritte beim Betreten der Stadt sogleich seinem Hause zu. Als er in dessen Nähe angelangt ist, sieht er seine Mutter, die ebenfalls nach Hause geht und vom Neffen Simon begleitet wird, der ein trockenes Reisigbündel auf den Schultern trägt. Er ruft sie: << Mutter! >> Maria wendet sich um und ruft aus: << Oh! Mein gesegneter Sohn! >> und beide eilen einander entgegen, während Simon, der seine Last zu Boden geworfen hat, Maria nachahmt und seinem Vetter entgegengeht den er herzlich begrüßt. << Meine Mutter, ich bin gekommen. Bist du nun glücklich? >> << So sehr, mein Sohn. Aber... wenn du nur auf meine Bitte hin gekommen bist, so möchte ich dir sagen, daß es weder mir noch dir erlaubt ist, mehr der Stimme des Blutes als jener der Sendung zu gehorchen. >> << Nein, Mutter, ich bin auch anderer Dinge wegen gekommen. >> << Es ist also wahr, mein Sohn? Ich glaubte, - ich wollte glauben -, daß es lügnerische Gerüchte wären, und daß man dich nicht so hassen würde... >> Tränen sind in der Stimme und in den Augen der Mutter. << Weine nicht, Mutter. Bereite mir nicht diesen Schmerz. Ich brauche dein Lächeln. >> << Ja, Sohn, ja! Es ist wahr. Du siehst so viele harte und feindliche Gesichter, daß du viel Liebe und Lächeln brauchst. Aber hier, siehst du, ist jemand, der dich für alle liebt... >> Maria hat sich leicht an ihren Sohn gelehnt, der ihr den Arm um die Schultern legt. Sie versucht auf dem Weg nach Hause zu lächeln, um jede Sorge im Herzen Jesu auszulöschen. Simon hat sein Reisigbündel wieder auf seine Schultern genommen und geht neben Jesus einher. << Du bist blaß, Mutter. Hat man dir viel Kummer bereitet? Bist du krank gewesen? Hast du dich zu sehr abgemüht? >> << Nein, Sohn, nein! Ich habe sonst keine Sorgen. Mein einziges Leid ist, dich fern und nicht geliebt zu wissen. Doch hier sind sie alle sehr gut zu mir. Ich meine nicht nur Maria und Alphäus, du weißt ja, wie sie sind. Aber auch Simon, siehst du, wie gut er ist? So gut ist er immer. Er war mir in den letzten Monaten eine große Stütze. Nun versorgt er mich mit Holz. Er ist so lieb, und auch Joseph, weißt du? Sie sind so I90. IN KANA IM HAUSE DER SUSANNA. DER KÖNIGLICHE BEAMTE Jesus ist anscheinend auf dem Weg zum See. Jedenfalls erreicht er nun Kana und begibt sich zum Haus der Susanna. Es begleiten ihn die Vettern. Während sie dort eine Mahlzeit einnehmen und sich ausruhen, und während man den Worten Jesu mit Interesse zuhört, wie dies bei Verwandten oder Freunden von Kana stets der Fall sein sollte, belehrt er diese guten Menschen in schlichter Weise. Jesus tröstet auch den Mann im Kummer um seine Susanna, die krank zu sein scheint, da sie nicht anwesend ist und man wiederholt von ihren Leiden spricht, tritt ein gut gekleideter Mann ein und wirft sich Jesus zu Füßen nieder. << Wer bist du? Was willst du? >> Während dieser noch seufzt und weint, zieht der Herr des Hauses Jesus an einem Zipfel seines Gewandes und flüstert: << Es ist ein Beamter des Tetrarchen. Traue ihm nicht zu sehr. >> << So sprich denn, was willst du von mir? >> << Meister, ich habe erfahren, daß du zurückgekehrt bist. Ich habe dich erwartet, wie man auf Gott wartet. Komm sofort nach Kapharnaum. Mein Junge liegt schwer krank darnieder und seine Stunden sind gezählt. Ich bin Johannes, deinem Jünger, begegnet und habe von ihm erfahren, daß du auf dem Weg nach Kapharnaum seiest. Komm, komm schnell, bevor es zu spät ist. >> << Du, der du ein Diener des Verfolgers des Heiligen Israels bist, wie kannst du an mich glauben? Ihr glaubt nicht an den Vorläufer des Messias, wie könnt ihr also an den Messias glauben? >> << Es ist wahr, auf uns lasten die Sünden des Unglaubens und der Hartherzigkeit. Doch habe Erbarmen mit einem Vater! Ich kenne Chuza, und habe Johanna gesehen, vor und nach dem Wunder habe ich sie gesehen, und da habe ich den Glauben gefunden. >> << So ist es. Ihr seid ein so ungläubiges und verdorbenes Geschlecht, daß ihr ohne Zeichen und Wunder nicht glaubt. Es fehlt euch die erste notwendige Eigenschaft, um ein Wunder zu erlangen. >> << Das ist wahr! Alles, was du sagst, ist wahr! Doch du siehst, ich glaube nun an dich und bitte dich, komm, komm so fort nach Kapharnaum. Ich werde dir in Tiberias ein Boot besorgen, damit du rascher vorwärtskommst. Aber komm, bevor mein Kind stirbt! I91. IM HAUSE DES ZEBEDÄUS. SALOME ANGENOMMEN ALS JÜNGERIN Jesus befindet sich im Haus des Jakobus und des Johannes, wie ich den Gesprächen der Anwesenden entnehme. Mit Jesus sind, außer den beiden Aposteln Petrus und Andreas auch Simon der Zelote, Judas Iskariot und Matthäus. Die anderen sehe ich nicht. Jakobus und Johannes sind selig. Sie kommen und gehen von der Mutter zu Jesus und umgekehrt wie Schmetterlinge, die nicht wissen, welche Blume unter zwei gleich geliebten sie vorziehen sollen, und Maria Salome liebkost jedesmal glücklich ihre großen Söhne, während Jesus dazu lächelt. Sie müssen soeben gespeist haben, denn die Tafel ist noch gedeckt. Doch die beiden wollen unbedingt, daß Jesus auch von den weißen Trauben esse, die die Mutter eingemacht hat und die süß wie Honig sein müssen. Was würden sie Jesus nicht alles geben! Salome aber möchte etwas mehr geben und erhalten als Weintrauben und Liebkosungen. Nachdem sie Jesus und Zebedäus eine Zeitlang nachdenklich betrachtet hat, beschließt sie zu handeln. Sie geht zum Meister, der mit dem Rücken an den Tisch gelehnt sitzt, und kniet vor ihm nieder. << Was willst du, Frau? >> << Meister, du hast beschlossen, daß deine Mutter und die Mutter des Jakobus und des Judas mit dir kommen werden, auch Susanna und natürlich die große Johanna des Chuza werden dir folgen. Alle Frauen, die dich verehren, werden kommen, wenn vorerst eine gekommen ist. Auch ich möchte dabei sein. Nimm mich, Jesus. Ich werde dir in Liebe dienen. >> << Du mußt dich um Zebedäus kümmern. Liebst du ihn nicht mehr? >> << Oh, und wie ich ihn liebe! Doch noch mehr liebe ich dich! Oh, ich will nicht sagen, daß ich dich als Mann liebe. Ich bin sechzig Jahre alt und seit fast vierzig Jahren Gattin, und ich habe nie einen anderen Mann als den meinen angesehen. Nun, da ich eine alte Frau bin, werde ich nicht töricht, noch wird meines Alters wegen die Liebe für meinen Zebedäus sterben. Aber du... Ich habe nicht reden gelernt. Ich bin eine arme Frau. Ich sage es, wie ich kann. Also: Zebedäus liebe ich mit all dem, was zuvor in mir war. Dich liebe ich mit all dem, was du in mir mit deinen Worten und mit denen, die mir Jakobus und Johannes gesagt haben, gewirkt hast. Es ist etwas ganz anderes... aber etwas so Schönes. >> << Es wird niemals gleich schön sein wie die Liebe eines vortrefflichen Gatten. >> << Oh! Nein! Viel mehr wird es sein!... Oh, sei mir nicht böse, Zebedäus! Ich liebe dich noch mit all meinem Wesen. Doch ihn liebe ich mit etwas, das zwar auch Maria ist, aber nicht mehr Maria, jene erbärmliche Maria, deine Frau, sondern viel mehr... Oh, ich kann es gar nicht ausdrücken! >> Jesus lächelt der Frau zu, die ihren Gatten nicht I92. JESUS SPRICHT ZU DEN SEINEN VOM APOSTOLAT DER FRAU << Was hast du, Petrus? Du scheinst mir unzufrieden >>, sagt Jesus, der auf einem kleinen Feldweg unter blühenden Mandelbäumen daherkommt, die den Menschen künden, daß die schlimmste Jahreszeit vorüber ist. << Ich denke nach, Meister. >> << Du denkst nach, ich sehe es. Doch dein Ausdruck sagt mir, daß du nicht über erfreuliche Dinge nachdenkst. >> << Aber du, der du alles von uns weißt, weißt auch, worüber ich nachdenke. >> << Ja, ich weiß es bereits. Auch Gott Vater kennt die Bedürfnisse des Menschen, doch er verlangt vom Menschen das Vertrauen, das die eigenen Nöte darlegt und ihn um Hilfe bittet. Ich kann dir nur sagen, daß du unrecht hast, wenn du dir darüber Kummer machst. >> << Dann ist also meine Frau dir nicht weniger lieb? >> << Aber nein, Petrus! Warum sollte sie mir weniger lieb sein? Im Himmel hat mein Vater viele Wohnungen. Es gibt viele Aufgaben für die Menschen auf Erden, und wenn sie in heiliger Weise erfüllt werden, sind sie alle segensreich. Sollte ich dir vielleicht sagen, daß alle Frauen, die nicht dem Beispiel Marias und Susannas folgen, von Gott nicht geliebt sind? >> << O nein! Auch meine Frau glaubt an den Meister, aber sie folgt doch nicht dem Beispiel der anderen >>, sagt Bartholomäus. << Auch die meine mit ihren Töchtern nicht. Sie bleiben zu Hause und sind immer bereit, Gastfreundschaft zu gewähren, wie sie es gestern getan haben >>, sagt Philippus. << Ich glaube, auch meine Mutter wird so handeln. Sie kann nicht alles verlassen... sie ist allein >>, sagt Judas. << Es ist wahr! Es ist wahr! Ich war so betrübt, weil mir schien, die meine wäre... so wenig... Oh, ich weiß es nicht auszudrücken! >> << Kritisiere sie nicht, Petrus! Sie ist eine rechtschaffene Frau >>, sagt Jesus. << Sie ist sehr schüchtern. Ihre Mutter hat alle, Töchter und Schwiegertöchter, wie dünne Ruten gebogen >>, sagt Andreas. << Doch nach einem so langen Zusammenleben mit mir hätte sie sich ändern dürfen! >> << Oh, Bruder! Du bist nicht sehr sanft, weißt du? Auf einen Schüchternen wirkst du wie ein Klotz zwischen den Beinen. Meine Schwägerin ist eine sehr gute Frau, und das ist dadurch bewiesen, daß sie die Mutter mit ihrer Bosheit und dich mit deiner Überheblichkeit stets mit Geduld ertragen hat. >> Alle lachen über die unverschleierte Folgerung des Andreas und über das erstaunte Gesicht des Petrus, der sich einen Überheblichen nennen hört. Auch Jesus muß herzlich lachen. Dann sagt er: << Die treuen Frauen, die sich nicht dazu berufen fühlen, ihr Heim zu verlassen, um mir nachzufolgen, dienen mir ebenso durch ihr Zuhausebleiben. Hätten alle mit mir kommen wollen, hätte ich einigen gebieten müssen, zu Hause zu bleiben. Jetzt, da die Frauen sich uns anschließen, werde ich auch an sie denken müssen. Es wäre weder anständig noch klug, wenn die Frauen, die uns hierhin und dorthin begleiten werden, auf einmal keine Unterkunft hätten. Wir können uns überall ausruhen. Die Frau hat andere Bedürfnisse und braucht eine Unterkunft. Uns genügt ein Schlafraum für uns alle, sie jedoch könnten nicht unter uns sein, einmal aus Achtung und zum anderen aus Rücksicht auf ihre zartere Beschaffenheit. Man darf die Vorsehung Gottes nie herausfordern und die menschliche Natur nie über die gegebenen Grenzen hinaus versuchen. Nun mache ich aus jedem befreundeten Haus, wo sich eine eurer Frauen befindet, eine Raststätte für ihre Schwestern. Aus deinem, Petrus, aus deinem, Philippus, aus deinem, Bartholomäus, und aus deinem, Judas. Wir werden den Frauen unser rastloses Wandern nicht zumuten können. Wir werden sie am Ort zurücklassen, von dem wir jeweils am Morgen aufbrechen und zu dem wir am Abend zurückkehren. Wir werden sie in unseren Ruhestunden unterweisen, so werden die Leute nicht mehr murren können, wenn andere unglückliche Geschöpfe zu mir kommen, und mir wird es nicht mehr verwehrt sein, sie anzuhören. Die Mütter und Ehefrauen, die uns folgen, werden bestimmt sein zur Verteidigung ihrer Schwestern und meiner selbst gegen die Verleumdungen der Welt. Ihr seht, daß ich eilige Besuche machen will an Orten, wo ich Freunde habe oder haben werde. Dies geschieht nicht meinetwegen, sondern um der Schwächsten unter den Jüngern willen, die mit ihrer Schwäche unsere Kraft unterstützen und sie für viele, viele Geschöpfe nützlich werden 193. JESUS IN CAESAREA AM MEER ER SPRICHT ZU DEN GALEERENSKLAVEN Jesus befindet sich in der Mitte eines weiten und recht schönen Platzes, der in eine sehr breite Straße ausläuft, die fast eine Verlängerung des Platzes zu sein scheint und bis zum Meeresufer führt. Eine Galeere hat gerade den Hafen verlassen und wird vom Wind und den Ruderschlägen ins offene Meer getrieben. Eine andere dreht bei, um in den Hafen zu gelangen, denn die Segel werden eingezogen und die Ruder nur von einer Gruppe bewegt, um das Schiff zu wenden und in die gewünschte Stellung zu bringen. Der Hafen ist vom Platz aus nicht sichtbar, doch kann er nicht weit entfernt sein. Der Platz ist von großen Gebäuden umgeben mit den charakteristischen Außenmauern, welche kaum eine Öffnung aufweisen. Nirgends ein Laden. << Wohin gehen wir nun? Du hast hierher kommen wollen, statt in den östlichen Teil der Stadt zu gehen, und hier wohnen die Heiden. Wer will dir hier schon zuhören? >> rügt Petrus. << Gehen wir zu jenem Winkel am Meer. Dort werde ich sprechen. >> << Zu den Wellen? >> << Auch die Wellen sind von Gott erschaffen worden. >> Sie gehen. Nun sind sie an der Bucht angelangt und können von dort aus den Hafen überblicken, in den die Galeere, die sie vorher gesehen hatten, langsam einläuft und dann anlegt. Einige Seeleute schlendern müßig den Kai entlang. Obstverkäufer wagen es, sich dem römischen Schiff zu nähern, um ihre Ware anzubieten. Das ist alles. Jesus, der mit dem Rücken zur Mauer steht, scheint tatsächlich zu den Wellen zu sprechen. Die Apostel sind nicht besonders zufrieden mit dieser ganzen Lage; sie umringen ihn, teils stehend, teils auf den Felsbrocken sitzend, die da und dort herumliegen und ihnen als Bank dienen. << Töricht ist der Mensch, der sich mächtig, gesund und glücklich fühlt und sagt: "Was brauche ich schon mehr? Wen brauche ich? Niemanden! Nichts fehlt mir, ich genüge mir selbst, daher gelten für mich die Gebote und die Vorschriften Gottes oder die Sittengesetze nichts. Mein Gesetz ist, das zu tun, wozu ich fähig bin, ohne darüber nachzudenken, ob es nun gut oder schlecht für die anderen sei.'' >> Ein Händler, der die klangvolle Stimme hört, wendet sich um und geht auf Jesus zu, der fortfährt: << So spricht der Mann und die Frau ohne Weisheit und Glauben. Aber wenn sie damit auch zeigen, daß sie eine mehr oder weniger hohe Stellung in der Gesellschaft einnehmen, so beweist dies ebenfalls eine Verwandtschaft mit dem Bösen. >> Männer verlassen die Galeere und andere Boote und kommen zu Jesus. << Der Mensch zeigt nicht durch Worte, sondern durch Taten, daß er mit Gott und der Tugend verwandt ist, wenn er darüber nachdenkt, daß das Leben noch wechselhafter ist als die Meereswelle, die sich heute ruhig zeigt und morgen tobt. Ebenso können sich Wohlstand und Macht von heute auf morgen in Elend und Ohnmacht verwandeln. Was wird dann der Mensch tun, der ohne Bindung an Gott lebt? Wie viele auf dieser Galeere waren einst glücklich und mächtig, und nun sind sie Sklaven und werden als Schuldige angesehen! Schuldig sein heißt, 194. HEILUNG DER KLEINEN RÖMERIN IN CAESAREA Jesus sagt: << Kleiner Johannes, komm mit mir, denn ich will dich eine Belehrung für die Gottgeweihten von heute schreiben lassen. Bereite dich vor und schreibe. >> Jesus ist noch in Caesarea am Meere. Er befindet sich nicht mehr auf jenem Platz von gestern, sondern mehr im Innern der Stadt, von wo aus man jedoch ebenfalls den Hafen und die Schiffe sehen kann. Hier gibt es viele Warenlager und Geschäfte, und auch auf der Straße liegen Matten, auf denen verschiedene Waren zu Schau gestellt werden. Ich nehme an, daß es in der Nähe des Marktes sein muß, der zur Bequemlichkeit der Schiffsleute und der Käufer der auf dem Wasserwege transportierten Waren nicht weit vom Hafen und von den Lagerhäusern gelegen ist. Hier herrscht viel Lärm, der von einem andauernden Kommen und Gehen von Leuten begleitet wird. Jesus wartet mit Simon und den Vettern darauf, daß die andern Jünger die nötigen Lebensmittel gekauft haben. Kinder betrachten neugierig Jesus, der sie zärtlich liebkost, während er mit seinen Aposteln spricht. Jesus sagt: << Es tut mir leid, Unzufriedenheit bemerken zu müssen, wenn ich mich Heiden nähere. Aber ich kann nichts anderes als das tun, was ich tun muß, und mit allen gut sein. Bemüht auch ihr euch, gut zu sein, wenigstens ihr drei und Johannes, die anderen werden euch dann nachahmen. >> << Aber wie kann man zu allen gut sein? Schließlich verachten und unterdrücken sie uns, sie verstehen uns nicht und sind so lasterhaft... >> entschuldigt sich Jakobus des Alphäus. << Wie man zu allen gut sein soll? Du bist doch zufrieden, der Sohn des Alphäus und der Maria zu sein? >> << Ja, sicher, aber warum fragst du mich danach? >> << Wenn du von Gott vor der Empfängnis gefragt worden wärest, hättest du als ihr Kind zur Welt kommen wollen? >> << Aber ja. Ich verstehe nicht... >> << Wenn du nun aber der Sohn eines Heiden gewesen wärest und man dich angeklagt hätte, daß du der Sohn eines Heiden hast sein wollen, was hättest du dann gesagt? >> << Ich hätte gesagt... Ich hätte gesagt: ''Es ist nicht meine Schuld. Ich bin sein Sohn, doch ich hätte ebensogut der Sohn eines anderen sein können.'' Ich hätte auch gesagt: ''Ihr klagt mich ungerechterweise an. Wenn ich nichts Böses tue, warum haßt ihr mich dann?'' >> << Du hast es gesagt. Auch sie, die ihr als Heiden verachtet, könnten dasselbe sagen. Es ist nicht dein Verdienst, daß du der Sohn des Alphäus, eines wahren Israeliten, bist. Du kannst dem Ewigen für diese große Gnade nur danken und dich aus Dankbarkeit und Demut darum bemühen, andere, die diese Gnade nicht haben, zum wahren Gott zu führen. Man muß gut sein. >> << Es ist schwer zu lieben, wenn man einen Menschen nicht kennt! >> << Nein. Schau... Du, Kleiner, komm einmal her. >> Ein etwa achtjähriger Junge, der mit zwei anderen Knaben in einem Winkel gespielt hat, kommt herbei. Es ist ein kräftiges Kind mit dunkelbraunem Haar und einer sehr 195. ANNALIA LEGT DAS GELÜBDE DER JUNGFRÄULICHKEIT AB Jesus, von Petrus, Andreas und Johannes begleitet, klopft an die Tür seines Hauses in Nazareth. Seine Mutter öffnet sofort, und ihr Antlitz leuchtet in einem strahlenden Lächeln, als sie ihren Jesus sieht. << Gut, daß du kommst, mein Sohn. Seit gestern ist eine reine Taube bei mir, die auf dich wartet. Sie kommt von weither, und ihre Begleitung konnte sich hier nicht länger aufhalten. Da sie um Rat fragte, habe ich ihr so gut ich konnte geantwortet. Doch du allein, mein Sohn, bist die Weisheit. Auch ihr andern, seid willkommen. Kommt und erquickt euch gleich. >> << Ja, bleibt hier. Ich will sogleich zu diesem Geschöpf gehen, das auf mich wartet. >> Die drei sind neugierig, doch jeder auf seine Art. Petrus schielt mit Interesse in alle Ecken und würde wahrscheinlich auch gerne sehen, was jenseits der Mauern ist. Johannes scheint auf dem lächelnden Antlitz Mariens den Namen der Unbekannten lesen zu wollen. Andreas hingegen, der feurerrot geworden ist, sieht Jesus fest an, und ein stummes Flehen zittert in seinem Blicke und auf seinen Lippen. Jesus aber achtet auf niemanden. Während die drei sich schließlich in die Küche begeben, wo Maria ihnen mit Speisen und Wärme des Feuers aufwartet, hebt Jesus den Vorhang, der die Öffnung zum Garten verhüllt, und geht hinaus. Eine milde Sonne läßt die blühenden Äste des hohen Mandelbaumes noch duftiger und unwirklicher erscheinen. Der höchste Baum des Gartens ist auch der einzige, der schon in Blüte steht, und die Pracht seines rosaweißen Seidenkleides hebt sich von der Kahlheit der Birn-, Apfel-, Feigen-, Granatapfelbäume und der Weinstöcke ab. Alle sind noch unbelaubt, während er reich in seinem duftigen Schleier und lebendig im Vergleich zur grauen und eintönigen Bescheidenheit der Olivenbäume erscheint. Seine langen Äste haben wohl ein leichtes Wölkchen eingefangen, das sich am blauen Himmelszelt verirrt hatte, und sich damit geschmückt, um so allen zu verkünden: << Die Hochzeit des Frühlings naht. Frohlockt, ihr Pflanzen und Tiere. Die Zeit der Küsse mit den Winden, den Bienen und den Blumen ist gekommen. Die Zeit der Küsse unter den Dachziegeln und im dichten Gestrüpp, o ihr Vöglein Gottes, o ihr weißen Schafe! Heute die Küsse, morgen der Nachwuchs, um das Werk unseres Schöpfergottes fortzuführen. >> Jesus steht mit über der Brust gekreuzten Armen in der Sonne und lächelt der reinen, friedvollen Anmut des Gartens der Mutter zu. Die Lilienbeete künden sich bereits mit den ersten Trieben der Blätter an; die Rosenstöcke sind noch kahl, der silberne Olivenbaum ist von anderen Blumen- und Gemüsebeeten umgeben. Rein, geordnet und freundlich, wie der Garten ist, scheint auch er die keusche Reinheit vollkommener Jungfräulichkeit auszuströmen. << Sohn, komm in mein Zimmer. Ich werde sie zu dir führen, denn sie hat sich dort hinten verborgen, als sie die vielen Stimmen hörte. >> Jesus betritt das Zimmer der Mutter, den keuschen Raum, der die Worte des Zwiegesprächs mit dem Engel vernommen hat, und noch mehr als der Garten den jungfräulichen, engelhaften, heiligen Duft jener ausströmt, die ihn seit Jahren bewohnt, und den des Erzengels, der hier seine Königin verehrt hat. Sind wirklich schon mehr als dreißig Jahre seit dieser Begegnung vergangen, oder hat sie erst gestern stattgefunden? Auch heute trägt der Spinnrocken sein weiches, silbrig schimmerndes Wollfaserbündel, der Spindelstock ist voller Fäden, und eine zusammengefaltete Stickerei liegt auf der Konsole bei der Tür, zwischen einer Pergamentrolle und einem kupfernen Krug, in dem ein blühender Mandelzweig steckt. Auch jetzt flattert der gestreifte Vorhang, der das Geheimnis der jungfräulichen Wohnung verhüllt, beim leisesten Windhauch, und das Ruhelager, das wohlgeordnet in seiner Ecke steht, sieht immer noch so hübsch aus, wie das eines Mädchens an der Schwelle zur Jugend. Was für Träume wurden und werden wohl auf dem flachen Kopfkissen noch geträumt?... Die Hand Mariens hebt langsam den Vorhang empor, und Jesus, der mit dem Rücken zur Tür diese Stätte der Reinheit betrachtete, wendet sich um. << Hier, mein Sohn. Ich führe sie zu dir. Ein Lamm, und du bist ihr Hirte. >> Maria, die mit einem dunkelhaarigen, schlanken, jungen Mädchen an der Hand eingetreten ist, das beim Anblick Jesu stark errötet, zieht sich behutsam zurück und läßt den Vorhang wieder zurückfallen. << Der Friede sei mit dir, Mädchen! >> << Der Friede... Herr! >> Das Mädchen, das sehr erregt scheint, ist sprachlos geworden und kniet nieder, das Haupt bis zum Boden geneigt. << Erhebe dich! Was möchtest du von mir? Hab keine Angst... >> << Ich habe keine Angst... nur... nun, da ich vor dir stehe... nachdem ich mich so sehr danach gesehnt habe..., finde ich alles, von dem ich dachte, daß es so leicht und nötig sei, dir zu sagen, nicht mehr... Es scheint mir nicht mehr dasselbe zu sein... Töricht bin ich... verzeihe, mein Herr... >> << Möchtest du Gnaden für diese Welt? Brauchst du ein Wunder? Hast du Seelen zu bekehren? Nein? Was dann? Nur Mut, sprich! So viel Mut hast du gehabt, und nun fehlt er dir? Weißt du nicht, daß ich derjenige bin, der die Tapferkeit vermehrt? Ja? Du weißt es? Also, dann sprich wie zu einem Vater. Du bist jung. Wie alt bist du? >> << Sechzehn, mein Herr.>> << Woher kommst du? >> << Von Jerusalem. >> << Wie 199. VON NEPHTHALI NACH GISCHALA BEGEGNUNG MIT DEM RABBI GAMALIEL << Meister! Meister! Weißt du eigentlich nicht, wer vor uns ist? Der Rabbi Gamaliel! Er sitzt mit seinen Dienern im Schatten des Waldes, der sie auch vor dem Winde schützt. Sie braten gerade ein Lamm. Nun, und was werden wir tun? >> << Das, was wir geplant hatten, Freunde. Wir gehen weiter... >> << Aber Gamaliel gehört dem Tempel an. >> << Gamaliel ist nicht heimtückisch. Habt keine Angst. Ich werde vorausgehen. >> << Oh, ich komme mit dir >>, sagen die Vettern, alle Galiläer und Simon. Nur Judas Iskariot und auch Thomas scheinen wenig Lust zu haben, weiterzugehen. Doch sie schließen sich den anderen an. Sie gehen noch einige Schritte auf dem zwischen den steilen Wänden der Berghänge verlaufenden Pfad weiter. Nach einer Biegung mündet der Weg in eine Art Hochebene, die er, breiter werdend, überquert, um sich dann wieder unter einem Gewölbe von Zweigen zu verengen. In der von den ersten Blättern des Waldes beschatteten Lichtung sind viele Menschen unter einem prächtigen Zelt versammelt, während andere in einer Ecke ein Lamm über dem Feuer braten. Gamaliel läßt es sich wirklich an nichts fehlen. Für seine Reise hat er ein Regiment von Dienern aufgeboten und eine Unmenge von Gepäck mitgenommen. Nun sitzt er da, unter seinem Zelt, unter einem über vier vergoldete Stangen gespannten Tuch, einer Art Baldachin. Es sind da niedrige, mit Polstern versehene Hocker und eine auf zwei geschnitzten Holzgestellen ruhende und mit einem damastenen Tischtuch bedeckten Tafel, auf die die Diener wertvolles Geschirr stellen. Gamaliel gleicht einem Götzen. Mit den Händen auf den Knien, sitzt er steif und würdevoll da wie eine Statue. Seine Diener schwirren um ihn herum wie große Schmetterlinge. Doch er kümmert sich nicht um sie. Die Lider über seine strengen Augen gesenkt, scheint er nachzudenken. Wenn er aufblickt, zeigen sich die schwarzen, tiefblickenden und geistvollen Augen in ihrer ganzen ernsten Schönheit. Seine Nase ist fein und drei parallelverlaufende Falten durchfurchen die durch eine leichte Glatze noch höher gewordene Stirn des Greises. Eine dicke bläuliche Vene zeichnet ein V mitten auf seine rechte Schläfe. Das Geräusch der Schritte der Näherkommenden läßt die Diener sich umschauen. Auch Gamaliel wendet sich um. Er sieht zuerst Jesus und macht eine Gebärde der Überraschung. Dann steht er auf und geht bis an den Rand des Zeltes, nicht weiter. Doch dort macht er mit über der Brust gekreuzten Armen eine tiefe Verneigung. Jesus erwidert den Gruß in gleicher Weise. << Du bist hier, Rabbi? >> fragt Gamaliel. << Hier bin ich, Rabbi >>, antwortet Jesus. << Darf ich dich fragen, wohin du gehst? >> << Ich antworte dir gerne. Ich komme von Nephthali und begebe mich nach Gischala. >> << Zu Fuß? Der Weg über dieses Gebirge ist lang und beschwerlich. Du strengst dich zu sehr an. >> << Glaube mir, wenn ich angenommen und angehört werde, verspüre ich keine Müdigkeit mehr. >> << Erlaube mir also, und laß es einmal mich sein, der dich die Müdigkeit vergessen läßt. Das Lamm ist bereit, wir hätten die Überreste den Vögeln gelassen, denn wir nehmen nie mit, was übrigbleibt. Du siehst also, daß ich keine Umstände mache, um dir und deinem Gefolge davon anzubieten. Ich bin dein Freund, Jesus. Du bist nicht geringer als ich, sondern du stehst über mir. >> << Ich glaube dir und nehme deine Einladung an. >> Gamaliel spricht zu einem
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